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Hochschulforum Digitalisierung
HFDbriefing Corona



Von:
Oliver Janoschka



Liebe Leserinnen und Leser,

“Dies ist eine historische Aufgabe”, sagte Angela Merkel am Mittwochabend in ihrer Videobotschaft an die Republik, “und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen”.

So wie alle anderen Gesellschaftsbereiche, steht auch das Hochschulsystem vor dieser außerordentlichen Herausforderung: Wie schafft man es, die Pandemie erfolgreich einzudämmen und gleichzeitig Kernfunktionen der laufenden Arbeit zu gewährleisten? Im Hochschulbereich kommen dabei gleich zwei Faktoren zusammen; zum einen sind Forschung und Lehre ihrem Wesen nach stark auf Kollaboration und Austausch angelegt. Und dadurch, dass das gesamte System auf die Präsenz ausgerichtet ist, sind virtuelle Alternativen bis dato noch relativ randständig im Einsatz gewesen.

Um Zeit zu gewinnen, haben mittlerweile alle Hochschulen zunächst ihren Semesterstart nach hinten verschoben (hier unsere bundesweite Übersicht). Doch ob es möglich sein wird, bereits in wenigen Wochen die Hochschultore wieder zu öffnen, erscheint in der gegenwärtigen Lage quasi täglich fraglicher.

Und so bedarf es einer besonderen Kompetenz, die sonst in unserem standardisierten System eher ein Schattendasein führt: Die Kunst der Improvisation und Neuregelung. Dabei ist nicht nur die Frage, wie digitale Tools oder Arbeitsumgebungen und Teamprozesse in diesen Tagen virtuell funktionieren können. Die Herausforderung besteht derzeit insbesondere darin, all die Personen, Kolleg*innen und Lernende mitzunehmen, die mit dem Digitalisierungsthema bislang noch nicht so viel Erfahrung haben. Drängende Fragen stellen sich rund um belastbare Infrastrukturen und Services, die für diese Volllast nicht ausgelegt sind. In dieser besonderen Situation sind alle gefragt, die Grenzen des Möglichen neu auszuloten, pragmatisch nach Lösungen zu suchen und (virtuell) eng zusammenzuarbeiten.

Das Hochschulforum Digitalisierung steht hier als Communitynetzwerk bereit und wir erweitern täglich unsere Corona-Servicewebsite Hochschulen und Corona: Was jetzt? mit vielen nützlichen Informationen und Services.  Unser Team arbeitet mit vollem Einsatz daran, die Hochschulen dabei zu unterstützen, das erste virtuelle Sommersemester ordentlich organisiert zu bekommen. Und Ihre Unterstützung hilft uns, damit jeden Tag besser zu werden!

Wir laden Sie ein: Informieren Sie uns; teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Fragen mit. Es gibt viele Möglichkeiten: Sie können sich auf unserer eigenen Kommunikationsplattform Mattermost anmelden, unsere Umfragen mitmachen und Ressourcen weitergeben.

Wir haben in diesem Newsletter auf die Terminübersicht verzichtet. Aber: Wir sammeln Termine für Webinare und andere Online-Treffen in einer geteilten Tabelle. Schauen Sie rein und sammeln Sie mit! Nutzen Sie unseren Hashtag #CoronaCampus  auf Twitter oder schreiben Sie uns einfach eine Email an info@hochschulforum.org mit Ihren Fragen und Anregungen.

Die Hochschulen nehmen bei dieser „historischen Aufgabe […], die nur gemeinsam zu bewältigen [ist]“, eine für die Gesellschaft zentrale Rolle ein und können durch ihren Betrieb einen entscheidenden Beitrag dafür leisten, diese Krisensituation zu bewältigen und neue Lösungen zu entwickeln: Packen wir es gemeinsam an! 

Und noch eins: Im Namen des gesamten HFD-Teams,

Bleiben Sie gesund!

Ihr
Oliver Janoschka




Das HFD und Corona



Service-Seite "Hochschulen und Corona"

Wir haben eine Service-Seite zum Thema Corona eingerichtet: Unter “Hochschulen und Corona: Was jetzt?” informieren wir Sie über unsere aktuellen Aktivitäten. Wir arbeiten an einer Reihe weiterer Maßnahmen, die wir dort verlinken werden. Schauen Sie regelmäßig rein!



Linksammlung: Wo gibt's Hilfe?

Wir kuratieren hilfreiche Artikel, die sich mit den Auswirkungen von COVID-19 auf die Hochschulen befassen und zeigen, wie man in diesen Zeiten mit Hilfe von E-Learning und digitalen Tools die Hochschullehre fort- und Präsenzveranstaltungen ersetzen kann. Sie finden die fortlaufend aktualisierte Linksammlung hier: “Corona & die Hochschullandschaft. Was tun, wenn die Uni dicht macht?”



Toolsammlung: Lehre und Events online durchführen

Mit welchen Tools können Konferenzen, Lehre und andere Aktivitäten an den Hochschulen online angeboten werden? Welche Tools ermöglichen Interaktionen bei Videokonferenzen und kollaboratives Arbeiten? Womit können Vorträge & Vorlesungen aufgezeichnet werden?

Wir stellen mit der Toolsammlung erste Ergebnisse aus einer HFD-Community-Umfrage vor. Beteiligen auch Sie sich weiter an der Umfrage und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns.

Auch Unternehmen sind sich der Ausnahmesituation bewusst und bieten ihre Services vorübergehend kostenfrei an. In einer Recherche haben wir zusammengefasst, welche Education-Tools zur Zeit unter Sonderkonditionen oder gratis erprobt werden können. Wir erweitern die Liste von Tag zu Tag.



Hashtag und Mattermost-Kanal #CoronaCampus

Auf Twitter diskutieren zahlreiche Menschen unter dem Hashtag #CoronaCampus, wie sich COVID-19 auf die Hochschulen auswirkt und teilen interessante Veranstaltungshinweise.

Auf unserer Kommunikationsplattform Mattermost tauscht sich unsere Community hier zu Corona aus. Sind Sie noch nicht angemeldet? Dann bitte hier entlang!



Deutschlandkarte Semesterbeginn

Präsenzveranstaltungen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen werden ausgesetzt und der Semesterstart verschoben. In einer Karte zeigen wir, wann wo das Sommersemester 2020 beginnt. Wir aktualisieren die Karte laufend.



Online-Podium zu Hochschulbildung und Corona

Gemeinsam mit e-teaching.org haben wir gestern ein Online-Podium zu Hochschulbildung und Corona auf die Beine gestellt. Dort zeigten die Expertinnen und Experten (Oliver Janoschka (HFD), Prof. Dr. Thomas Köhler (TU Dresden), Prof. Dr. Gabi Reinmann (Univ. Hamburg), Dr. Steffi Widera (vhb), Jan Vanvinkenroye (Univ. Stuttgart), Dr. Anne Thillosen (e-teaching.org, Moderation), was sie unternehmen, um den Ausfall von Präsenzveranstaltungen zu kompensieren und neue Szenarien zu ermöglichen. Und sie besprachen, wie die neuen Informationen gebündelt werden können. Das Online-Event mit über 600 Teinehmer*innen vermittelte Informationen und Erfahrungen mit guter Lehre mit digitalen Medien.

Diese Gelegenheit wurde für eine Umfrage nach den aktuell dringensten Bedarfen von Lehrenden genutzt. An der Spitze wurde es eng. Die Wünsche nach Handlungsleitfäden (30,79%), technischem Support (29,47%) und didaktischer Beratung (27,63%) lagen nahezu gleichauf.






Umfrage

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hochschulen: Wir als Hochschulforum Digitalisierung möchten gerne erfassen, welche Bemühungen die einzelnen Hochschulen unternehmen. Außerdem interessiert uns: Was brauchen Sie? Wie kann das HFD Ihnen aktuell helfen? Das Ausfüllen dauert nicht länger als fünf Minuten.

Wir möchten Sie daher bitten, sich an unserer Befragung zu beteiligen und diese auch gerne Ihren Kolleginnen und Kollegen weiterzuleiten. 




Die (Hochschul-)Welt und Corona



Aktuelle Studie "Coronakrise als Katalysator für die Digitalisierung von Bildungsprozessen"

Wir befinden uns zurzeit mitten im vielleicht größten Experiment zur Onlinelehre“, beschreibt ein Studienteilnehmer in Wuhan treffend die aktuelle Situation an den chinesischen Hochschulen. Aller Voraussicht nach steht uns in Deutschland ein ähnliches Experiment bevor. Wie die Lehrenden an den Hochschulen das finden, untersucht eine aktuelle Studie des Weizenbaum-Instituts.

Die vorläufigen (!), nicht-repräsentativen Ergebnisse zeigen, dass 30% der Lehrenden eine Umstellung auf Online-Lehre bis zum (verschobenen) Semesterstart für möglich halten. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht in der Coronakrise auch die Chance für eine nachhaltige Digitalisierung der Hochschullehre.

Als größte Herausforderungen werden dagegen die Akzeptanz der Lehrenden von digitalen Lernmethoden sowie die zentrale Organisation gesehen.



Ist noch Internet übrig?

Angesichts der rasant steigenden Nachfrage nach virtuellen Tagungen, Videokonferenzen und Entertainment auf der Couch fragen sich viele, ob das Internet für den entsprechend steigenden Traffic gerüstet ist.

In der vergangenen Woche wurde in Frankfurt sogar schon ein Weltrekordtraffic von 9,1 Terrabyte an einem einzelnen Knotenpunkt erreicht. Dafür war aber wohl auch der Release des neuen Shooters Call of Duty Warzone mitverantwortlich. Luigi Gubitosi, CEO von Telecom Italia berichtet sogar von einem Trafficanstieg von 70%, den er auf “Onlinespiele wie Fortnite” zurückführt. Überlasten die Gamer also das Internet?

Während die Schweiz schon mit der Abschaltung von Netlix droht, gibt sich Carsten Titt, Sprecher der De-Cix, die weltweit Internetknoten betreibt, im Tagesspiegel Background gelassen: „Selbst wenn alle Firmen Europas ausschließlich Homeoffice betreiben würden und nebenher noch die Fußball-EM übertragen wird, kann der DE-CIX die notwendige Bandbreiten für reibungslose Interconnection bereitstellen“.

Problematischer könnten mangelnde Kapazitäten der Firmen- bzw. Hochschul-IT sein, insbesondere wenn sich viele Mitarbeitende und Studierende gleichzeitig über VPN einwählen.



Digitalkompetenz: Umgang mit Fake News zu Corona

“Ein italienischer Arzt, der im Shenzhener Krankenhaus in China arbeitet” hat angeblich einen sehr interessanten Artikel geschrieben. Die Zusammenfassung dieses fiktiven Artikels, viele Falschinformationen enthält, verbreitete sich wie ein Lauffeuer über WhatsApp. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums behauptet, US-Militärs hätten das Virus nach Wuhan gebracht. Gerade jetzt in der Krise verbreiten sich Fehlinformationen schnell und gerade jetzt können sie großen Schaden anrichten. Selbst die Bundeskanzlerin sah sich genötigt, die Bürger*innen zu mahnen: “Glauben sie keinen Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen(...).”

Was aber tun gegen Fake News? Die großen Digitalkonzerne fühlen sich verantwortlich und versuchen, die Fehlinformationen einzudämmen, Spiegel Online gibt Empfehlungen, wie man Fake News erkennen kann. Letztlich ist es auch die Verantwortung derjenigen, die Fake News identifizieren, auf diese hinzuweisen. Außerdem zeigen die Fälle einmal mehr, dass zu einer umfassenden Digitalkompetenz auch der kritische Umgang mit Informationen gehört.



Corona, Innovation & Datenschutz // #WirvsVirus

Big Data soll die Wirksamkeit der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auswerten helfen. Die Deutsche Telekom stellt dem Robert-Koch-Institut anonymisierte Mobilfunkdaten zur Verfügung. RKI-Chef Lothar Wieler arbeitet gleichzeitig an einer Handy-Tracking-Lösung.
 
Wie kann Smartphone-Technik gegen die Pandemie eingesetzt werden? Im Podcast “Woher weißt du das?” erzählt der Redakteur Max Rauner wie Mediziner*innen und Erfinder*innen der Innovations-Metropole Shenzhen mit einer Smartphone-App gegen das Virus vorgehen. Es steht zu befürchten, dass die neuen Softwareprogramme in China zu einer Intensivierung der Überwachung führen werden.

Von chinesischen Verhältnissen sind wir weit entfernt, aber auch die Bundesregierung denkt innovativ und lädt zu einem bundesweiten Hackathon gegen das Virus ein - und zwar vom 20. bis 22. März! Die Registrierungen als Teilnehmer*in, Pat*in oder Mentor*in sind zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch möglich. Auch Herausforderungen, die dann von den Teams bearbeitet werden, können noch bis morgen eingereicht werden.



Oncampus & Virtuelle Hochschule Bayern bieten  offene Online-Kurse an

Viele Lehrende stehen aktuell vor der Herausforderung, Präsenzveranstaltungen schnell online abzubilden. Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) stellt derzeit allen Interessierten 42 offene Online-Kurse zur Verfügung. Weitere 33 OPEN vhb-Kurse befinden sich aktuell in der Entwicklung. Die kostenfreien Online-Kurse werden von Professorinnen und Professoren bayerischer Hochschulen speziell für den Bereich OPEN vhb entwickelt.

Die offenen Kurse der vhb bieten Hochschulwissen zu verschiedensten Themen. Der Umfang der Kurse beträgt im Regelfall eine Semesterwochenstunde (SWS), in Ausnahmefällen auch zwei SWS. Lehrende könnten die Kurse z. B. in Kombination mit Webinaren nutzen und so das Semester schnell um digitale Inhalte ergänzen.

Auch oncampus öffnet seine Pforten anlässlich von Corona mit den Worten "Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen."



Lehre trotz Corona - internationale Beispiele gesucht

Wir wollen weiterhin Wissen bündeln und unser Möglichstes tun, um Sie bestmöglich informiert zu halten. Insbesondere interessiert uns, welche Wege Hochschulen in anderen Ländern im Umgang mit der Pandemie gehen. Ein Beispiel, das vor allem ins Hochschulinnere wirkt, liefert das MIT mit covid19.mit.edu/. 

Wenn Sie weitere Szenarien oder Links kennen, freuen wir uns über eine Nachricht an kommunikation@hochschulforum.org mit dem Betreff CoronaCampusInternational. Die Ergebnisse teilen wir dann zeitnah mit unserer Community.






Tweet des Monats

Das erste Mal in der Menschheitsgeschichte kann man Menschenleben retten, indem man faul auf dem Sofa liegt und nicht hinaus geht. So leicht werdet ihr nie wieder zum Helden - lasst euch diese Chance nicht entgehen! #FlattenTheCurve #StayAtHome

@florianaigner




Events




Events werden verschoben, abgesagt oder online durchgeführt. Momentan sind alle uns bekannten physischen Events abgesagt, verschoben - oder sie werden online durchgeführt. Eine Community-erstellte Übersicht über aktuelle Webinare zur Lehre im digitalen Raum finden Sie hier.

Aufgrund der aktuellen Situation findet das Netzwerktreffen des KI-Campus zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“ am 20. April nicht als Präsenzveranstaltung, sondern in Form eines Online-Symposiums statt. Melden Sie sich hier  an.Präsenzveranstaltungen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen werden ausgesetzt und der Semesterstart verschoben. In einer Karte zeigen wir, wann wo das Sommersemester 2020 beginnt. Wir aktualisieren die Karte laufend.









Impressum

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Hauptstadtbüro · Pariser Platz 6 · 10117 Berlin

Verantwortlich für die Inhalte des Newsletters:
Oliver Janoschka · Tel: (030) 32 29 82- 516 · E-Mail: oliver.janoschka@stifterverband.de

Das Hochschulforum Digitalisierung ist ein gemeinsames Projekt des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, des CHE Centrums für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz.
Förderer ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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